Enttäuschung nach dem Derby gegen Leidhecken
Nach dem verrückten Spiel am Donnerstag letzter Woche in Bönstadt, bei dem der SVR nach zweimaligem Rückstand am Ende mit einem 5:5 und einem Punkt in der Tasche die Heimreise antrat, gab am Sonntag der SV Leidhecken seine Visitenkarte in Reichelsheim ab. Die Kicker aus dem Florstädter Ortsteil waren bislang nicht so recht aus den Startlöchern gekommen, wodurch die Erwartungen der SV-Spieler und -Anhänger auf einen weiteren Punktgewinn höher angesiedelt waren. Aber wie es so oft im Fußball ist: der Ball ist rund und passt überall hin! Soll heißen, im Fußballspiel es ist alles möglich.
Zunächst hieß es für die Reserve des SVR, das gute Ergebnis (1:1) aus dem ersten Punktspiel in Weckesheim zu bestätigen, was nach wenigen Minuten der Spielzeit auch zu gelingen schien. Die Gäste aus Leidhecken zeigten einige Mängel im Spielaufbau und im läuferischen Bereich, während der SV seinerseits diesen Vorteil durch unnötig viele Dribblings und zu hastiges Spiel nach vorne mit vermeidbaren leichtfertigen Ballverlusten verspielte. Die langen Bälle der Blau-Gelben lief der Routinier auf Gästeseite, Georg Wiesner, immer wieder mühelos ab. Die Feldüberlegenheit der Hausherren führte nicht zum gewünschten Ergebnis. So gingen beide Mannscharften mit 0:0 in die Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit brachte Leidhecken einen weiteren ehemaligen SV-Akteur auf dass Feld, der gleich für viel Wirbel im Angriff und Unruhe in der SVR-Abwehr sorgte. Zunächst aber blieben die Hausherren die spielbestimmende Mannschaft und kamen nun endlich durch einen kuriosen Treffer durch Mario Grauling, der den Schuss von Lambert Linhart mit dem Bauch in die Maschen der Leidhecker abfälschfte, zum Torerfolg. Danach ließen die Blau-Gelben die Zügel etwas schleifen, und überließen den Gästen mehr Spielanteile und Raum zum Spielaufbau. Dem Ex-Reichelsheimer Adam Cielecki war es dann vorbehalten nach einem erneuten leichtfertigen Ballverlust des SV im Mittelfeld mit einem Solo, bei dem er die gesamte SV-Defensive düpierte, den 1:1-Ausgleich zu erzielen. Der gleiche Spieler hatte einige Minuten später gar den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte zunächst an Torsteher Geier, dann am Pfosten und zum Schluss an der vielbeinigen Abwehr der herbeigeeilten SV-Spieler. Der SVR blieb bei seinem Spiel zwar weiterhin gefällig, konnte aber im Läuferischen nicht mehr an die erste Halbzeit anknüpfen und verlor zunehmend die Ordnung im Spiel. So blieb es am Ende beim 1:1 gegen einen an diesem Tag durchaus schlagbaren Gegner.
Für den SVR spielten: Sascha Geier, Paul Dietz, Peter Smrtschek, Sascha Philippi, René Lauber, Lambert Linhart, Martin Schulz, Alexander Kuhn, René Prohaska, Gerald Naffin, Mario Jansen, Mario Grauling, Johannes Hoffmann, Thorsten Kuhn.
Die erste Mannschaft des SVR wollte ihr bislang erkämpftes Vier-Punkte-Konto gegen den SV Leidhecken ausbauen. Die bisherigen Ergebnisse der Gäste ließen diese Erwartung als durchaus realistisch erscheinen. Aber nach nur wenigen Minuten der ersten Halbzweit war schnell deutlich geworden, dass sich die Rot-Schwarzen aus dem Florstädter Stadtteil nicht die Butter vom Brot nehmen ließen. Nicht die Heimmannschaft sondern die Leidhecker waren die spielbestimmende Elf in der ersten Halbzweit. Den Blau-Gelben gelang es nicht, die herausragenden Spieler Mario Weber und insbesondere den vor einigen Jahren in Reichelsheimer Diensten stehenden und damit für seine Schnelligkeit und Torgefährlichkeit bekannten Jörg Scheid in den Griff zu bekommen. Bereits nach drei Minuten hätte es einen Strafstoß für die Gäste geben müssen, als Heiko Sauer völlig unbedacht im Strafraum nachsetzte und seinem Gegenspieler die Beine von hinten wegzog. Der Schiri hingegen zeigte dem reklamierenden Gästespieler dafür die gelbe Karte. Die Führung für Leidhecken fiel völlig verdient wenn auch etwas glücklich in der 30. Minute als eine Scheid-Hammer aus 20-Metern von der Unterkante der Latte ins SVR-Gehäuse einschlug. Der zweite Treffer schien nur ein Frage der Zeit, zumal die Hausherren kaum einmal gefährlich vor dem Tor der Leidhecker auftauchten.
Kurz nach Wiederbeginn bauten die Gäste ihre verdiente Führung auf 2:0 aus und das Spiel schien entschieden zu sein. Aber nach einem endlich einmal schnell und energisch vorgetragen Spielzug der Hauherren bediente Markus Wehrum mit einem feinen Pass Daniel Glässner, der seinen Gegenspieler überlief, alleine auf den Gästetorwart zusteuerte und sicher zum 1:2 ins lange Toreck einschob. Und kaum zu glauben köpfte Markus Wehrum nur drei Minuten später eine Glässner-Ecke zum Ausgleich ins Leidhecker Tornetz. Plötzlich war die Partie wieder offen und es entwickelte sich Schlagabtausch, bei dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Aber der alles entscheidende Unterschied an diesem Spieltag sorgte dann dennoch für den nach den Spielanteilen verdienten Sieg der Gäste: Jörg Scheid erlief sich einen der vielen Ballverluste im Mittelfeld der Blau-Gelben an diesem Tag, überspurtete die gesamte SV-Abwehr und vollstreckte zum 3:2-Endstand. Kurz vor Spielende musste „Sepp“ Schäfer noch die rote Karte quittieren, als er mit einem sogenannten taktischem Foul den wieder einmal durchgebrochenen Scheid auf seinem Alleingang zum Tor stoppte.
Die vier Ausfälle (Thomas Hench, Sebastian Scholz, Sebastian Keil, Benny Wolf) und die damit verbundenen Umstellungen im Team des SVR gegenüber den Vorspielen waren nicht hinweg zu diskutieren. Trotzdem hätte man sich von der Mannschaft insbesondere in der ersten Halbzeit etwas mehr Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen gewünscht und vor allem mehr Cleverness und Zweikampfstärke in der Defensive gewünscht. Für die nächsten schweren Partien gegen zwei Titelfavoriten heißt es nun die Ärmel aufzurollen und alle Kräfte zu mobilisieren, will man nicht gegen die beiden angriffsstarken Mannschaften (Assenheim 18 Tore in vier siegreichen Spielen, Rodheim gar 29! Tore nach fünf Siegen) unter die Räder kommen.
Im SVR-Aufgebot standen: Michael Penow-Michalak, Severin Schäfer, Heiko Sauer, Michael Bernert, Karsten Hild, Daniel Glässner, Marvin Krebs, Hendrik Bernert, Markus Wehrum, Sezai Kardas, Jens Hönicke, Marvin Krebs, Michael Grimm, Torben Uhl, René Prohaska, Alex Kuhn, 2. TW Sascha Geier.